Pflegegrade — was sie bedeuten und wie Sie sie beantragen
Der Pflegegrad bestimmt, welche Leistungen die Pflegekasse übernimmt. Wir erklären alles — und helfen Ihnen beim Antrag.
Was ist ein Pflegegrad — und was zahlt die Kasse?
Pflegegrade stufen ein, wie stark jemand in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt ist. Je höher der Grad, desto mehr Unterstützung leistet die Pflegekasse.
| Pflegegrad | Beeinträchtigung | Pflegegeld (häuslich) | Pflegesachleistung | Entlastungsbetrag |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gering | 0 € | 0 € | 131 €/Monat |
| 2 | Erheblich | 332 € | 761 € | 131 €/Monat |
| 3 | Schwer | 573 € | 1.432 € | 131 €/Monat |
| 4 | Schwerst | 765 € | 1.778 € | 131 €/Monat |
| 5 | Schwerst, mit besonderem Bedarf | 947 € | 2.200 € | 131 €/Monat |
Wie wird der Pflegegrad berechnet?
Der MDK (Medizinischer Dienst) oder MEDICPROOF bewertet sechs Lebensbereiche. Die Gesamtpunktzahl entscheidet über den Pflegegrad.
Kann die Person selbstständig stehen, gehen, Treppen steigen? Wie weit und wie sicher bewegt sie sich fort?
Kann die Person Personen erkennen, Entscheidungen treffen, sich zeitlich orientieren und Gespräche führen?
Treten motorische oder verbale Unruhezustände, Ängste, Antriebslosigkeit oder Schlafprobleme auf?
Der gewichtigste Bereich: Waschen, Ankleiden, Essen, Toilettennutzung — was kann die Person noch allein?
Medikamente einnehmen, Arztbesuche organisieren, mit Prothesen oder Hilfsmitteln umgehen — wie eigenständig gelingt das?
Kann die Person den Tagesrhythmus selbst strukturieren, Kontakte pflegen und sich sinnvoll beschäftigen?
Pflegegrad beantragen — so läuft es ab
Der Weg zum Pflegegrad ist klar geregelt. Diese vier Schritte führen zum Bescheid.
Rufen Sie die Pflegekasse Ihrer Krankenkasse an oder schicken Sie einen formlosen Brief mit dem Satz: "Hiermit beantrage ich die Feststellung von Pflegebedürftigkeit." Ab dem Eingangsdatum der Antragstellung gelten die Leistungen — auch wenn der Bescheid Wochen später kommt.
Ein Gutachter kommt in die Wohnung und beobachtet den Alltag. Das Gespräch dauert etwa 45–90 Minuten. Laden Sie eine Vertrauensperson dazu ein — das ist Ihr gutes Recht. Führen Sie vorher ein Pflegetagebuch, das den tatsächlichen Hilfebedarf dokumentiert.
Die Pflegekasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragstellung entscheiden. Sie erhalten den Bescheid schriftlich. Lesen Sie ihn sorgfältig — notieren Sie sich das Datum, falls Sie Widerspruch einlegen möchten.
Sind Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden, haben Sie vier Wochen Zeit für einen schriftlichen Widerspruch. Legen Sie Arztberichte oder ein Pflegetagebuch bei. Ein erheblicher Teil der Widersprüche ist erfolgreich — geben Sie nicht auf.
Wir helfen Ihnen beim Antrag — kostenlos
Vom ersten Anruf bei der Pflegekasse bis zur Vorbereitung auf den MDK-Besuch: Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess.
Fragen zu Pflegegraden
Das könnte Sie auch interessieren
Kosten & Finanzierung
Was zahlt die Pflegekasse konkret? Wie hoch ist der Eigenanteil?
Mehr erfahrenPflege-Ratgeber
Hilfreiche Artikel zu Pflege, Demenz und Unterstützung für Angehörige.
Zum RatgeberKostenlose Beratung
Persönlich, auf Wunsch in Ihrer Sprache. Wir kommen auch zu Ihnen nach Hause.
Termin anfragen